Brigitte Windt

Texte und Illustrationen zum Selbstständigsein

Anders-Neu-Mutig

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mamsellchen_brigitte_windt_2015

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Anders-Neu-Mutig (MuMuT#02)

Anders, neu, mutig, diese drei Kriterien passen gut zum Mut-Muskel-Training. Danke für die Anregung, liebe Zamyat. Denn sicher werde auch ich dieses Mut-Muskel-Qualitäts-Training auf verschiedene Art und Weise praktizieren. Mal werde ich etwas anders machen als bisher. Das ist dann zwar auch neu, weil anders, aber es ist nicht wirklich etwas Neues für mich. Mit dem ganz Neuen bringe ich erstmalige Erfahrungen in mein Leben. Und auf das Mutige bin ich sehr gespannt. Bedeutsames vorahnend … Was will da in die Welt, das meinen Mut erfordert?

 

Neues im Café

Neu ist zum Beispiel, dass ich, jetzt in diesem Moment im Café, aufstehe, an den Nachbartisch trete und dort mitteile, dass ich mich gestört fühle vom überlauten Sprechen einer jungen Frau. „Können Sie sich vorstellen, wie es wäre, würden wir hier alle in ihrer Lautstärke sprechen?“ Sie reagiert sehr nett. Ich nehme sogar eine Entschuldigung entgegen. Es war nicht ihre Absicht, meine Arbeit zu stören. Natürlich nicht. Sie spricht einfach nur sehr laut. Als ich wieder in meinem Sessel sitze, dämpft sie für Sekunden den Ton. Und danach, Sie ahnen es schon, setzt sie fort, was sie zuvor und vermutlich gewohnheitsmäßig tat und nun wieder ist. Vielleicht wird sie sich hier und da daran erinnern? Vielleicht …

 

Wie viele Impulse benötigt der Mensch, wenn er Gewohnheiten ändern möchte? 

Irgendwo habe ich einmal gelesen, die Einen lernen erst nach der hundertsten (Negativ-)Erfahrung, die Anderen nach der zehnten und nur ganz Wenige nach der ersten. Und dabei spielen Bewusstsein und Wille eine Rolle. Will ein Mensch tatsächlich eine neue und positive Erfahrung machen? Ist das wirklich wahr? Weiß er es? Fühlt er es? Will er es? Ich jedenfalls will trotz Palaver noch ein wenig weiterschreiben, bevor ich mich auf den Weg mache in ruhigere Gefilde. Ich bringe „aufs Papier“, was jetzt geschrieben sein will. Das kann ich sehr gut, sogar im größten Getümmel. Lächelnd nehme ich die neue Erfahrung von heute mit. Selbst wenn sie nicht zum gewünschten Ergebnis führte, ich habe gesagt, was zu sagen war. Das zählt. Sollte es irgendwo auf der Welt ein nächstes Mal dieser Art geben, werde ich es effizienter angehen. Außerdem nehme ich einen Genuss mit an diesem bewölkten Sonntagmorgen, den  zuvor erlebten Wohlklang der leisen Töne im entzückenden Mamsellchen.

 

Ach ja, neu ist übrigens auch, dass ich mir heute einen bereits mehrwöchigen Wunsch erfülle. 

Ich träumte davon, mir an einem Sonntagmorgen in einem netten Café einen doppelten Espresso und ein Croissant servieren lassen. Dazu ist zu wissen, dass ich  passionierte Teetrinkerin bin und normalerweise zum Frühstück Obst statt Gebäck bevorzuge. Heute wird aus diesem Traum eine schöne Wirklichkeit! Das Mamsellchen ist ein gern besuchter Ort, freundliche Bedienung, nette Inhaberin, wohltuende Atmosphäre, gute Qualität. Ich genieße mehr als hervorragenden Espresso und ein leckeres Croissant. Die dazu bestellte Butter, frisch, kühl und streichfähig zugleich, und die tiefrote hausgemachte Kirschmarmelade sind ebenso köstlich wie der kleine, süß duftende Hefekranz. Auch wenn mein Wunsch erfüllt ist, ich komme gerne wieder. Jederzeit wieder neu!

Autor: Brigitte Windt

Brigitte Windt ist Unternehmensberaterin, Coach und Autorin von MACH DICH SELBSTSTÄNDIG! Das Praxishandbuch für Gründerinnen und Karrierefrauen, 240 Seiten, Verlag Ariston 2015. In Beratungen, Vorträgen und Workshops appelliert sie an den natürlichen Zustand des Menschen, das Selbstständigsein, eröffnet Wege für originäres Denken, Fühlen und Handeln und bringt auf den Punkt, was wesentlich ist und umgesetzt werden will. In ihrem Blog veröffentlicht sie Texte, Tipps, Tools und Illustrationen für Selbstständige und für alle die, die es (wieder) sein wollen.

2 Kommentare

  1. Wie schön, liebe Brigitte, dass du das Thema auch hier aufgreifst.

    Ich trainiere das ja nun schon seit einigen Wochen und kann nur sagen: das macht das Leben sehr viel aufregender. Und es macht großen Spaß. Sich einfach ständig innerlich einen Schups zu geben und sich zu sagen: „Ach, ich mach das jetzt mal so.“
    Oder eben Situationen, wie du sie auch beschreibst, wo man sich einen kleinen Ruck geben muss (also den Mini-Mut-Muskel anspannt) und fremde Leute anspricht. „Können Sie mal ein Foto von mir machen?“ war meins am Strand von Cirali.

    Dein Beispiel finde ich noch etwas schwieriger und ich kenne solche Situationen zu gut. Da auch den richtigen Ton zu treffen, vor allem aber sich zu trauen hinzugehen und zu sagen: Das stört mich. Klasse!

    • Hey, Danke für deinen Kommentar, liebe Zamyat!

      Diese Trainingszeit gefällt mir deshalb so gut, weil ich in diesen Tagen meinen Fokus in puncto Achtsamkeit noch mehr verstärke.
      Damit erhöhe ich die Bewegungsintensität und Bewegungsvielfalt der unzähligen Kleinigkeiten und Großartigkeiten des alltäglichen Lebens gleichzeitig. Und während des Schreibens dann noch einmal aus der Retrospektive. Und der Superturbo ist die Gleichzeitigkeit mit allen Mut-Muskel-Mit-Trainierenden. Danke, Zamyat!

      Fröhliche Grüße
      Brigitte

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