Brigitte Windt

Texte und Illustrationen zum Selbstständigsein

17. April 2016
von Brigitte Windt
Keine Kommentare

VERBINDLICHKEIT

Verbindlichkeit

Wie Sie wissen, traf ich am 25.03.2016 im Rahmen dieser Blog-Parade | 30-Tages-Challenge die Vereinbarung mit mir selbst, mich über vierundzwanzig Tage dem Wert Verbindlichkeit zuzuwenden, habe sie unterzeichnet und veröffentlicht. Allein diese Tatsache stellt eine Verbindlichkeit dar, Ihnen und mir selbst gegenüber, die ich erfüllen will. Eine Verbindlichkeit in Sachen Verbindlichkeit. Eine Dopplung und Verstärkung dieses Wertes.

Bereits zu diesem Zeitpunkt war mir bewusst, dass es Leichteres gibt als mich auf dieses Unterfangen einzulassen. Doch wenn die Intuition klare Worte spricht und ich bereit bin, sie zu hören, dann habe ich ihr zu folgen. Das ist Akzeptanz! (Mein Wert im ersten Teil.) Daraus eine Vereinbarung abzuleiten, ist die Erklärung des Willens. Mich anschließend daran zu halten, das ist Verbindlichkeit.

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Mit anderen Worten, einer Verbindlichkeit geht stets etwas voraus:

eine Verbindung mindestens zweier Bezugspunkte. Der zentrale Punkt bin ich selbst, meine Intuition oder meine innere Wahrheit. Der zweite Punkt bin auch ich. Ich, der mit der Welt interagierende Mensch. Punkt drei kann ein anderer Mensch sein, eine Sache oder eine Situation. Im Falle dieser Blog-Parade | 30-Tages-Challenge sind Sie Punkt drei, liebe Leserinnen und liebe Leser, in Summe und in Vertretung der Öffentlichkeit. Sobald Sie und ich direkt miteinander kommunizieren, sind Sie ebenfalls Punkt drei, allerdings sind Sie dann mein, bin ich Ihr, persönlicher Bezugspunkt. Sie und ich stellen eine direkte Verbindung her, eine Beziehung. Das heißt, jeder Verbindlichkeit geht eine Beziehung voraus und jede Verbindlichkeit beinhaltet eine Beziehung.

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Maßgeblich für jede Interaktion ist und bleibt jedoch die Beziehung zwischen selbst und ich.

Diese Beziehung ist der wichtigste Teil in allen Beziehungen, die ein Mensch haben kann. Ja, in unserer Sprache sagen wir, dass wir eine Beziehung haben. Aus der Sicht von Verbindlichkeit wäre die Formulierung, ich lebe die Beziehung oder ich bin in Beziehung mit mir, mit Dir, mit Euch, mit dieser Sache und Situation. Meine Tochter bringt es auf den Punkt, wenn sie über ein Zusammensein mit Freunden sagt, ich bin mit …! Wie es der Zufall will, begegne ich gestern bei Irwin D. Yalom einem Zitat von Platon. Wir können den tiefsten Teil unseres Selbst nicht belügen! Auch damit fühle ich mich in bester Gesellschaft.

Nun, der Einfachheit halber schreibe ich im vertrauten Sprachgebrauch weiter. Ich habe also mit dieser Tatsache und Weisheit über mehr als drei Wochen gelebt. Mit jedem Gedanken dachte ich auch – an Verbindlichkeit. In jeder Emotion schwang Verbindlichkeit mit. Im Gespräch und in allen alltäglichen, privaten und beruflichen Taten war Verbindlichkeit gegenwärtig. Selbst in meinen Träumen!

Verbindlichkeit stand augenblicklich im Raum, sobald ich nur daran dachte, vom Kurs routinierter Verrichtungen abzuweichen. Erlaubte ich mir trotzdem kleine Vernachlässigungen oder Übertreibungen, prüfte ich den Grad der Abweichung mit Hilfe meiner inneren Stimme. Ich sensibilisierte mich für noch subtilere Feinheiten im Gespräch mit meinen Mandanten und Coachees. Nahm noch nuancierter wahr, wenn ein winziges Untertönchen im Zusammensein mit Freunden verlautbar wurde und sprach es an, wenn es sinnvoll erschien. Mir wurde bewusst, dass mein gesamtes Leben von Verbindlichkeit durchzogen ist und wirklich alles, was ich tue und lasse, Beziehung und Verbindlichkeit beinhaltet.

 

Verbindlichkeit ist, wo ich bin.

Ich bin Verbindlichkeit. Verbindlichkeit ist wie Selbstständigsein ein natürlicher Zustand. Verbindlichkeit kann bewusst gelebt werden. Sie kann genau so gut unbewusst gelebt sein. Oder sie existiert nicht. Dann ist die Kommunikation zwischen Selbst und Ich gestört. Dann ist es auch keine Lüge im Sinne von Platon, sondern eine abgewandte Haltung oder ein brach liegendes Potenzial.

 

Verbindlichkeit ist Geben.

Ich bin und gebe, was ich bin, was dem Augenblick, der Situation, der Beziehung innewohnt und gemäß ist. Bin ich das nicht, verweigere ich mich mir und der Beziehung. Selbst wenn eine Situation für mich vollkommen neu ist, ich nicht weiß, wie es geht und wohin es führt, kann ich in diesem Moment das Bestmögliche sein und einbringen.

Wenn ich gebe, was zu geben ist, bin, was mir möglich ist, erfülle ich. Das ist der Sinn von Verbindlichkeit. Eine Verbindung, die ich eingegangen bin, wird erfüllt. Punktuell handelt es sich um Einzigartigkeit. Eine einmalige Begegnung, ein Blick, ein Wort. Vorbei, verweht, nie wieder, wie es in Kurt Tucholskys Augen in der Großstadt heißt. Doch selbst dieser Bruchteil einer Sekunde hat Folgen.

Wie folgenreich ist dann die Verbindlichkeit einer gelebten Minute, eines Tages, eines Jahres? Wie verbindlich lebe ich heute, morgen und übermorgen mein Leben? Wie verbindlich habe ich bisher und am Ende meines Lebens dieses Leben gelebt? Diese Fragen sind Lebensfragen. Vorbehaltlos und allumfassend.

 

Wie verbindlich betreibe ich meine Selbstständigkeit?

An welchen Stellen liegen meine Potenziale brach? Wie kann ich diese verbindlich einsetzen und entfalten? In welchen Lebens- und Arbeitsbereichen (er)lebe ich durch Verbindlichkeit eine tiefe Zufriedenheit und Erfüllung?

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Werte sind Orientierungsqualitäten aus nächster Nähe, die Menschen aus ihrer Umgebung, ihrer Herkunftsfamilie und ihrem Kulturkreis aufnehmen, die sie mit offenem Geist erweitern und vertiefen können.

Werte sind Weisheiten, die Menschen unabhängig von äußeren Prägungen in sich selbst finden, sich an ihnen aufrichten und entfalten können.

Werte sind unmittelbare Nachbarn unseres Selbst. Und weil Menschen ihre Haltungen und Handlungen aus ihren Werten ableiten, wünsche ich Ihnen und mir, dass wir unsere Werte würdigen, prüfen und sie und uns stets auf dem Laufenden halten.

17. April 2016
von Brigitte Windt
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Bewusstsein – bewusstes Sein

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Bewusstsein – bewusstes Sein

Gastbeitrag zur Blog-Parade / 30-Tage-Challenge von Sylvia Landeck

 

… dies ist der Wert, den ich für mein Sein am meisten schätze, weil er der Wert ist, der die größte Beachtung benötigt, dessen Wahrnehmung und Kultivierung täglich meine Aufmerksamkeit fordert, mit allen Sinnen.

 

Ein ständiger Wechsel zwischen Leichtigkeit und Anstrengung.

Das bewusste Sein im Alltäglichen, das Spüren des Moments, der automatisierten Abläufe des Körpers, des Unterbewussten, der Spannungen und Entspannungen. Damit hätte ich schon genug zu tun, im Spüren, im Nachspüren von Handlungen und deren Auswirkungen auf meinen Körper, kommt noch hinzu: das Tagwerk. Jedoch, ohne Tagwerk auch keine Handlungen. Rege ist, wer sich regt, sich bewegt.

Was mich nicht alles erreicht in nur 24 Stunden! Welche Berge und Täler meine Emotionen erklimmen und durchwandern. Der Atem. Ist er flatternd, fahrig oder ruhig? Jetzt. Bewusst gesetztes Ein- und Ausatmen. Ein. Aus. Ein. Aus. Ein. Aus. Was bewirkt das? Mein Herz schlägt ruhiger im gesetzten Rhythmus, ich kann es spüren, wenn ich mir dessen bewusst werde.

 

Bewusst werden. Bewusst sein. War ich das schon immer?

Stets im gleichen Maß oder hat es sich vergrößert gar verkleinert, das bewusste Wahrnehmen? Nun, es ist stärker geworden im Laufe der Jahre. Die hochsensiblen Zweiglein in mir sind zu veritablen Ästen gewachsen. Alles schwingt. Jeder Moment wird anders von mir wahrgenommen – klar, jeder Moment ist ja auch anders. Eine Flut an Informationen überschwemmt mich und will in die richtigen Bahnen geleitet werden.

Was mache ich damit? Dies ist eine wirklich gute Frage, auf welche zu antworten gar nicht so leicht ist. Durchlaufen lassen und betrachten, möglichst ohne Bewertung. Eine schöne Variante, die angestrebt ist, jedoch nicht so oft Anwendung findet, wie ich es gern möchte. Zwischen Reiz und Reaktion liegt das Reich der Freiheit. Oh, wie schön – da wäre ich gern Königin! Reich an Freiheit. Und doch bin ich ja schon Königin, denn es obliegt allein mir, wie ich reagiere. Ha! Welch‘ wunderbare Erkenntnis. Vor einigen Jahren war mir dies noch nicht bewusst. Liegt schon ein Stück Altersweisheit auf meinem jetzigen Weg? Ich hörte mich nicht protestieren.

 

Zurück zum Sein, Dasein, das Sein, bewusst Sein, Bewusstsein.

Jede Entscheidung, die ich treffe, jede Richtung, die ich einschlage – all dies hat Einfluss auf meinen Weg, erzeugt eine Reaktion auf meine Aktion. Das Bewusstsein, dass ich es in der Hand habe, aktiv zu gestalten und mein Leben in eine Richtung zu bewegen, in die ich gern möchte, lässt mich immer wieder das kleine Lamento aus der Schublade „Wie soll das denn gehen?“ in selbige zurücklegen und treibt mich an, es zu versuchen. Wenn ich mir dann bewusst werde, dass ich die Schritte festlege, in welchen ich auf mein Ziel zugehe, entsteht sogar eine Leichtigkeit.

 

„Das Schwierigste ist die Entscheidung zu handeln. Der Rest ist nur Hartnäckigkeit.“

So befand die Flugpionierin Amelia Earhart. Eine Entscheidung zu treffen und dann dabeibleiben: Hindernisse überwinden, Grenzen erreichen, sie vielleicht zu überschreiten und falls nicht, mir bewusst zu werden, warum ich sie nicht überschreiten kann, mir dies einzugestehen und mich zu beglückwünschen für den bis dahin zurückgelegten Weg, mir bewusst sein, dass der Weg zum Ziel die eigentliche Glanzleistung ist. Das Gold des Handelns glänzen lassen und eine neue Herausforderung in Betracht ziehen und…   wieder von vorn das Spiel. So gelingt es wohl, in der Rückbetrachtung des eigenen Seins, wenige Anekdoten mit dem Anstrich „hätte ich doch“ sondern eine Unmenge „ich habe (es gewagt)“ vor-weisen zu können.

Jede noch so kleine Aufgabe, die ich meisterte, im eigenen Tempo und die für einen anderen Menschen vielleicht gar nicht der Rede wert ist, ist eine gemeisterte Aufgabe, die bewusst in mich pflanzt, dass ich in der Lage bin, erfolgreich zu sein. Erfolg. Reich. Reich an Erfolg. Auch hier liegt die Definition ganz in meiner Hand.

Das bewusste Sein zeigt mir, dass meine Werte im Leben nicht die sind, die mittels Geld zu erwerben sind. Zu kostbar all die Momente, die in ihrer Einzigartigkeit unbezahlbar sind. Die Augenblicke, wenn ich mich ihrer erinnere, die auch noch nach Jahren ungeahnte Gefühlsströme in mir auslösen. Kostbar. Kosten. Das Leben schmecken. Die einzelnen Tropfen dieses Nektars auf der Zunge zergehen lassen, auch wenn die Geschmacksknopsen ab und an „sauer“ signalisieren. Klingt großartig, gelingt mir viel zu selten. Umschwirrt von abertausenden Eindrücken ganz auf einen Sinn konzentrieren, vor allem zulassen, dass dies geschieht. Eine Übung, der ich mich gern immer wieder unterziehe, weil sie mir eben dies schenkt: Kostbares.

 

Jeden Tag für ein paar Sekunden „aussteigen“

und die Konzentration auf einen Geruch, einen Geschmack, eine Berührung, einen Ton, einen Anblick lenken. Ein Glücksgefühl steigt in mir auf, die Synapsen klatschen in die Hände vor Freude. Energie fließt, Undenkbares denken, bereit zum Handeln, mutig sein, Neues ausprobieren, Scheitern als Chance, Freude über das Losgehen, zu viel gemacht, erschöpft, sie schöpft, einatmen, ausatmen, bewusst sein, bewusstes Sein.

17. April 2016
von Brigitte Windt
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Danke an alle TeilnehmerInnen!

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Danke an alle TeilnehmerInnen!

Ich ahnte bereits bei Start der Blog-Parade | 30-Tages-Challenge, dass das Thema WERTE SCHÄTZEN – WERTE LEBEN ein Abenteuer ist. Eben alles andere als eine schnelle Angelegenheit, über die hinweggehuscht und schnell ein paar Worte geschrieben ist. Auch dreißig Tage sind deutlich mehr als ein Tag! Sie fordern Kontinuität. Dafür wollen Zuwendung, Zeit und Auseinandersetzung zur Verfügung gestellt sein.

Um so mehr danke ich Ihnen/Euch, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, für Ihren/Euren Beitrag. Ob klein oder groß, kurz oder lang, mit jedem Wort, Satz oder Artikel haben Sie sich/habt Ihr Euch auf das Abenteuer eingelassen und wert-volle Erfahrungen geteilt.

Mögen alle Worte, die zu diesem Thema gedacht, gefühlt und geschrieben wurden, zu einer bewussteren Wertschätzung im Alltäglichen und im Besonderen und damit zu einer Wertschätzungs-Kultur beitragen, die wiederum zu mehr Authentizität, Zufriedenheit und Erfüllung führt und damit den Umgang mit uns selbst und der Welt ein wenig freundlicher und friedlicher gestaltet.

Jetzt freue ich mich auf weitere Vernetzung, liste an dieser Stelle alle Beitrags-Links auf und wünsche allen eine Werte erfüllende Zeit!

 

Mein allerherzlichsten Dank geht an

Sylvia Landeck Bewusstsein – bewusstes Sein

Doris Meine Sicht der Welt Das mit den Werten

Monika Buhl Kopfüber ins Leben Ein gelungenes Leben 

Peter Wiesejahn Projekt David Die Grundbausteine des Lebens und Werte ermitteln in 5 Schritten

Alex Blockparade-Blogstöckchen Werte schätzen – Werte leben

Pamina Kommentar

Conny Junggenug Schätzen, was wir haben

Kathrin Möller Kommentar

Blog-Paraden-Blogspot Werte schätzen – Werte leben

26. März 2016
von Brigitte Windt
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VERBINDLICHKEIT

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Tag 07 – Entscheiden Sie sich jetzt für den Wert, den Sie in den nächsten 24 Tagen kultivieren wollen! Treffen Sie eine Vereinbarung mit sich selbst und teilen Ihre Entscheidung mit anderen Teilnehmenden. Dokumentieren Sie Ihre Erfahrungen und Erfolge!

Und damit kommen wir zum größten Part dieser Blog-Parade | 30-Tage-Challenge. Ganze 24 Tage lang beobachten, erfahren und dokumentieren. Eben weil dieser Zeitraum zwar überschaubar, doch genauso herausfordernd ist, habe ich mich für einen mir sehr vertrauten Wert entschieden. Eine schöne Möglichkeit, meinen Umgang mit Verbindlichkeit noch einmal genauer unter die Lupe nehmen. Denn Verbindlichkeit kann auch ihre Tücken haben. Und die möchte ich gern aufdecken.

In diesem Sinne bon Voyage für alle, die dabei sind!

Wir lesen spätestens am 17.04.2016 um 12.00 Uhr wieder von einander.

Gerne können Sie diese Vorlage für Ihre eigene Vereinbarung nutzen.

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